Künstlerbund Baden-Württemberg und Galerien in Baden-Württemberg
September - Dezember 2016

(Das vollständige Programm ist mit dem Klick auf den rot unterstrichenen Titel zu sehen.)


Die Zusammenarbeit von Künstlerinnen und Künstlern mit ihren Galeristinnen und Galeristen ist sowohl ein wesentliches wie komplexes Thema innerhalb der Vermittlung von Kunst und künstlerischer Positionen, der Bildung von Netzwerken, der inhaltlichen Auseinandersetzung und des Erfolges oder Misserfolges beider Seiten auf dem Markt.
 
"Aktionsfeld und Bedeutung der Galerien im zeitgenössischen Kunstbetrieb haben sich nach Beobachtung vieler Beteiligter in den letzten Jahren zunehmend verändert: Zusammenschlüsse, Monopolisierungen, immer weiter professionalisierte Geschäftspraktiken und die Suche nach neuen Vermittlungswegen und Kunstvermarktungen im Zeitalter der Digitalisierung führen zu einer zunehmenden Diversifizierung." (Roland Schappert, in: Kunstforum international, Bd. 240, S. 304).
 
Diesen veränderten Anforderungen bezüglich Kommunikation und Zusammenarbeit werden sich sowohl die Galerien wie die von ihnen vertretenen Künstlerinnen und Künstler stellen müssen, in der Provinz, wie in den Städten, wie in einer immer globalisierteren Welt in der die Zahl der Kunstmessen - den für die Präsentation und den Verkauf von Kunst immer wichtiger werdenden Orten - seit 1970 von drei auf heute über 200 angewachsen ist.
 
Trotzdem sollte nicht übersehen und unterschätzt werden, wie wichtig der individuelle, oft langjährige persönliche Kontakt von Künstlerin und Künstler zu ihrer und seiner Galerie, zur Galeristin und zum Galeristen, die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bildet.
 
Der Künstlerbund Baden-Württemberg möchte mit seinem diesjährigen landesweiten Projekt unter dem Titel "Die Kunst zu handeln" die Zusammenarbeit von Mitgliedern des Künstlerbundes und Galerien in Baden-Württemberg vorstellen und den Diskurs zu diesem Thema befördern.

Beteiligte Galerien : BEGE Galerien, Ulm ::: Galerie Walter Bischoff, Zell a. H. ::: Galerie Klaus Braun, Stuttgart ::: GCB Südwestgalerie, Niederalfingen ::: Galerie Cyprian Brenner, Schwäbisch Hall ::: Galerie Claeys, Freiburg ::: Galerie Angelo Falzone, Mannheim ::: Kunsthaus Frölich, Stuttgart ::: Galerie Knecht und Burster, Karlsruhe ::: Galerie Marek Kralewski, Freiburg ::: Galerie Angela Lenz, Feldberg-Falkau ::: Galerie Maas, Reutlingen ::: Galerie Merkle, Stuttgart ::: Galerie Julia Philippi, Dossenheim ::: Galerie Rottloff, Karlsruhe ::: Galerie Ruppert, Birkweiler ::: Schacher Raum für Kunst, Stuttgart ::: Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart ::: galerie g, Freiburg ::: Galerie Stahlberger, Weil am Rhein ::: Galerie Michael Sturm, Stuttgart ::: Galerie Thron, Reutlingen ::: Galerie Linda Treiber, Ettenheimmünster ::: Galerie Valentien, Stuttgart ::: Kunstraum Vincke-Liepmann, Heidelberg ::: Galerie von Braunbehrens, Stuttgart ::: Galerie Wohlhüter, Leibertingen-Thalheim
 
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler : Susanne Ackermann ::: Rolf Altena ::: Horst Antes ::: Jörg Bach ::: Hans Baschang ::: Elisabeth Bereznicki ::: Gerda Bier ::: Rolf Bodenseh ::: Nicole Bold ::: Eva Borsdorf ::: Daniel Bräg ::: Ulrich Brauchle ::: Josef Bücheler ::: Bettina Bürkle ::: Isa Dahl ::: Tillmann Damrau ::: Simone Demandt ::: Jörg Eberhard ::: Eberhard Eckerle ::: Angela M. Flaig ::: Eberhard Freudenreich ::: Martina Geist ::: Christine Gläser ::: Armin Göhringer ::: Wolfgang Henning ::: Hösl & Mihaljevic ::: Alfonso Hüppi ::: Thaddäus Hüppi ::: Nikolaus Kernbach ::: Emil Kiess ::: Jürgen Knubben ::: Hans-Jürgen Kossack ::: Bodo Kraft ::: Tilman Krieg ::: Stefanie Lampert ::: Gerhard Langenfeld ::: Uwe Lindau ::: CW Loth ::: Irmela Maier ::: Roland Martin ::: Wolfgang Neumann ::: Gabriela Oberkofler ::: Heinz Pelz ::: Simon Pfeffel ::: Johannes Pfeiffer ::: albertrichard Pfrieger ::: Werner Pokorny ::: Karl Manfred Rennertz ::: Peter Riek ::: Gert Riel ::: Simone Rueß ::: Reinhard Scherer ::: Sibylle Schlageter ::: Matthias Schleifer ::: Monika Schmid ::: Werner Schmidt ::: Hans Schüle ::: Alf Setzer ::: Willi Siber ::: Daniel Sigloch ::: Gabriele Straub ::: Gabi Streile ::: Markus F. Strieder ::: ststs ::: Sam Szembek ::: Manuela Tirler ::: Tesfaye Urgessa ::: Voré ::: Daniel Wagenblast ::: Hermann Waibel ::: Helmut Wetter ::: Gert Wiedmaier ::: Ulrich J. Wolff ::: Elke Wree ::: Andrea Zaumseil ::: Sati Zech ::: Rolf Zimmermann
 
Das Kooperationsprojekt begleitet eine aufwendig gestaltete Publikation (292 Seiten, ca. 150 Abbildungen) mit Texten von Wolfgang Ullrich u.a., die im modo Verlag (Freiburg) erscheint. Die Herausgabe der Publikation wird maßgeblich unterstützt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.




WAS BLEIBT
Konzepte für den Umgang mit Künstler-Nachlässen
Symposium des Künstlerbundes Baden-Württemberg
Samstag, 25.10.2014, 10.00 - 18.00 Uhr
Staatliche Hochschule für Gestaltung HfG Karlsruhe (ZKM Gebäude)

(Für das detaillierte Programm und weitere Informationen auf den rot unterlegten Titel klicken!
Um Anmeldung bis 17.10.2014 wird gebeten.)

Die Tagung behandelt die Themen Nachlass, Vorlass, Archiv, Schenkung und Stiftung. Mit Beiträgen von Prof. Dr. Wolfgang Blumers (Steuerrecht), Dr. Uwe Degreif (Museum Biberach), Simone Demandt (Künstlerin), Prof. Christian Jankowski (Künstler), Silvia Köhler (Künstlernachlässe Mannheim), Matthias Mansen (Künstler), Werner Meyer (Kunsthalle Göppingen), Prof. Dr. Pia Müller-Tamm (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe), Prof. Werner Pokorny (Künstler), "Restkunst" (Brigitte Raabe, Michael Stephan & Piet Trantel), Hildegard Ruoff (Fritz und Hildegard Ruoff Stiftung), Prof. Dr. Wolfgang Ullrich (Hochschule für Gestaltung Karlsruhe), Jutta Ulmer-Straub (Ministerium für Wisschenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), Dr. Otmar M. Weigele (Stiftungsrecht).

Die künstlerische Produktion steigt stetig und für jeden einzelnen Künstler, jede Künstlerin sind mit jedem neuen Werk Erwartungen und Hoffnungen verbunden, diese Arbeit möge mit durchschlagendem Erfolg im Gedächtnis bleiben und das über den eigenen Tod hinaus. Auch Angehörige und Sammler, die bereits Konvolute von Künstlern besitzen, hegen die Hoffnung, diese für Forschung und Vermittlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Andererseits ist in Anbetracht der Fülle künstlerischer Produktion die Verwaltung von Nachlässen in Museen und öffentlichen Sammlungen kaum zu bewältigen.

Dieser Konflikt, hervorragende künstlerische Arbeiten auf der einen und fehlende infrastrukturelle und administrative Bedingungen, um diesen Arbeiten als Nachlass gerecht zu werden, auf der anderen Seite ist die Konfliktebene, die in dem ergebnisorientierten Symposium "Was bleibt" mit dem Fokus auf Baden-Württemberg behandelt werden soll.

Für Künstler und Künstlerinnen ergeben sich generell folgende Fragen:

Was geschieht nach meinem Tod mit meinen Werken bzw. was soll nicht geschehen mit den Werken, den Werkgruppen, den Skizzenbüchern, Videobändern, Festplatten, den Briefwechseln? Die Konvolute an die Kinder oder Nichten und Neffen einfach (unter Umständen unsortiert) weitergeben, verschenken? Vernichten?

Soll meine Arbeit aufbewahrt, öffentlich sichtbar bleiben, hat sie vielleicht Forschungsrelevanz? Gewinnt sie vielleicht doch noch posthum an Wert? Oder ist der momentane Wert meiner Arbeit relevant für eine eigene Nachlassstiftung?

Abgesehen von der Eigenbetrachtung denken viele Künstler auch über die Werke vertrauter Kollegen nach, besonders, wenn diese im aktuellen Kunstgeschehen wenig präsent sind, aber interessante, unterbewertete Werkgruppen vorweisen.

Für die Kuratoren von Sammlungen und Museen stehen allerdings folgende Fragen im Vordergrund:

Wohin mit der Fülle von Arbeiten? Da es für Museen und Sammlungen von Bedeutung ist und sie auch dazu angehalten werden, ihr Profil zu definieren, muss ein Nachlass nach folgenden Kriterien genau geprüft oder gleich abgelehnt werden: Erfährt unsere Sammlung durch den Nachlass eine Ergänzung?

Hat die Künstlerpersönlichkeit prägende künstlerische Entwicklungen angestoßen oder nicht? Gibt es Forschungsrelevanz? Könnte es in der Zukunft Forschungsnachfrage geben, landesweit, bundesweit oder sogar international? Welche Teile des Nachlasses sind überhaupt erhaltenswert? Wie viel kann aus logistischer Sicht in die Sammlung aufgenommen werden, und wie kann eine Werkauswahl aussehen?

Museen und Sammlungen sehen sich allerdings meist außer Stande, komplette Nachlässe zu übernehmen!

Es gibt bundesweit einige Nachlassarchive, deren Mitarbeiter sich mit großem Engagement dafür einsetzen, Werkgruppen einzelner Künstler zu erhalten, zu inventarisieren und zu zeigen, z.B. Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds in der Abtei Brauweiler, Van Ham Art Estate in Köln, Archiv für Künstlernachlässe in Hamburg und Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg.

Allerdings gibt es in Baden-Württemberg, wo zahlreiche einflussreiche Künstler und Künstlerinnen arbeiten, lediglich eine Institution auf kommunaler Ebene, die Künstlernachlässe Mannheim, die sich speziell um Nachlassverwaltung kümmert. Das reicht bei weitem nicht aus und muss landesweit institutionalisiert werden. Dies wollen wir auch in Zusammenarbeit mit der Landesregierung beziehungsweise dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vorantreiben. Schließlich haben wir ein wunderbares Modell in Baden-Württemberg, das Literaturarchiv Marbach, aber eben für die Literatur! Es geht uns neben der Diskussion der rechtlichen, verwaltungsmäßigen und logistischen Problematik auch um die Findung neuer, zeitgemäßer Archivierungsformen, die auch neue und interessante Zugriffsmethoden eines breiten Publikums einschließen.

Der Künstlerbund bereitet eine Tagung vor, die sich nicht ausschließlich an die ältere Künstlergeneration richtet, sondern ebenso an junge Künstler und  Studenten. Denn die Selbstorganisation von Künstlern, das Erstellen von  Werkverzeichnissen, das professionelle Verwalten von eigene Inventarlisten und die der Galerien ist eine der Voraussetzungen, seine Werkentwicklung gut zu kennen, zu präsentieren und letztlich gegebenenfalls zu übergeben, sei es an eine Galerie, ein Museum, eine Stiftung.